Immobilienpreise während einer Rezession

Immobilienpreise während einer Rezession

Infolge der Coronakrise steckt die deutsche Wirtschaft aktuell tief in einer Rezession. Eine Phase, die zumindest bis Ende des Jahres 2020 anhalten dürfte. Deshalb stellen sich aktuell viele Immobilienbesitzer und -käufer die Frage, wie sich Immobilienpreise während einer Rezession verhalten. Da eine Rezession an sich nichts Ungewöhnliches, sondern fester Bestandteil des Wirtschaftskreislaufs ist, erläutern wir in diesem Artikel ganz allgemein, wie sich Immobilienpreise während Rezessionen verhalten. Denn die Unterschiede zwischen einer „natürlichen Rezession“ und der „Corona bedingten Rezession“ sind marginal.

Aufgrund des Worts „Coronakrise“ herrscht aktuell Verwirrung, ob sich es sich bei der momentanen Situation – rein wirtschaftlich betrachtet – um eine Rezession oder eine Krise handelt. Eine Krise tritt erst dann ein, wenn die Phase der Rezession ihre gewöhnliche Dauer überschreitet und sich die Wirtschaft in einer konstanten Abwärtsspirale befindet, von der sie sich nicht erholt. Das ist zurzeit nicht der Fall! Daher handelt es sich um eine Rezession und keine Wirtschaftskrise.

Angebot und Nachfrage während Corona

Die Preise auf dem Immobilienmarkt entstehen nach dem Gesetz der freien Marktwirtschaft – durch Angebot und Nachfrage. Um die Preisentwicklung beurteilen zu können, müssen daher die Auswirkungen des Wirtschaftsabschwungs – beispielsweise Kurzarbeit und finanzielle Einbußen – auf Angebot und Nachfrage unter die Lupe genommen werden.

Kurzarbeit und sinkende Liquidität haben keinerlei Effekt auf Immobilienverkäufer und -vermieter. Wer seine Immobilie vor der Rezession verkaufen oder vermieten wollte, wird das auch währenddessen wollen. Vielleicht sogar mehr denn je, um mögliche finanzielle Einbrüche zu kompensieren.

Weit gravierender fallen die Auswirkungen im Bereich der Nachfrage aus. Abnehmende Liquidität und die Unsicherheit des eigenen Arbeitsplatzes lassen Menschen zögern. Wenn ein konstanter Geldeingang nicht gesichert ist, denken die Menschen zuletzt daran, Summen im hohen fünf- oder sechsstelligen Bereich auszugeben. Hinzukommt, dass das Investitionsverhalten während einer Rezession bei den meisten per se zögerlicher ist, da sie zunächst abwarten wollen, wie sich die Situation entwickelt.

Ob die Immobilienpreise nun steigen, stagnieren oder sinken, hängt vom regionalen Markt ab. Liegt die Nachfrage deutlich über dem Angebot, wie das beispielsweise in Stuttgart oder München der Fall ist, wird dies auch weiterhin der Fall sein, selbst wenn einige Interessenten wegbrechen. Die Preise setzen in diesem Szenario ihren Aufwärtstrend fort, wenn auch etwas langsamger als zuvor.

Bewegt sich die Nachfrage jedoch nur minimal über dem Angebot, sorgt das Einknicken dieser dafür, dass Angebot und Nachfrage gleich hoch sind – mit der Folge einer Preisstagnierung. Befanden sich Angebot und Nachfrage zuvor bereits im Gleichgewicht oder lag die Nachfrage unter dem Angebot, werden die Preise in Folge der Rezession sinken.

Die Folgen der Immobilienpreis Entwicklung

Wer seine Immobilie verkauft oder eine Immobilie für Eigenbedarf erwirbt, sollte definitiv ausreichend Informationen darüber einholen, wie sich der Markt aktuell entwickelt. Andernfalls laufen Verkäufer Gefahr, zu einem suboptimalen Zeitpunkt zu verkaufen und finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen – sehr zu Freuden des Käufers, da dieser ein Schnäppchen macht. Das Spiel gilt jedoch auch andersrum. Käufer sollten wissen, ob die Immobilie den Preis aktuell auch wert ist. Ansonsten freut sich der Verkäufer.

Wer die Immobilie mit dem Hintergedanken erwirbt, diese kurzfristig gewinnbringend zu verkaufen, sollte besonders vorsichtig sein. Denn sollten die Marktpreise stagnieren oder sinken, muss unter Umständen bis zum nächsten Wirtschaftsaufschwung gewartet werden, um das Vorhaben in die Tat umsetzen zu können.

Vermieter hingegen bleiben von den Auswirkungen unbetroffen. Sinkende Nachfrage ist nicht gleichbedeutend mit sinkender Miete.

Fazit

Ob Immobilienpreise während einer Rezession steigen, sinken oder stagnieren, kann nicht allgemeingültig vorhergesagt werden. Viel mehr kommt es auf das Angebot und vor allem die Nachfrage im regionalen Immobilienmarkt an. Sowohl für Verkäufer, Käufer wie auch Investoren gilt deshalb, sich vorab genauestens über den Markt und die aktuellen Entwicklungen zu informieren, bevor man tätig wird.